Thema Metabolisches Syndrom

Das Metabolische Syndrom (manchmal auch als tödliches Quartett bezeichnet) wird heute als der entscheidende Risikofaktor für koronare Herzkrankheiten angesehen. Die Definition des metabolischen Syndroms wurde in den letzten Jahren öfter geändert und eine endgültige Definition (oder einen ICD-10-Code) gibt es bislang nicht. Die Klassifikation orientiert sich zumeist entweder an der Insulinresistenz (Insulinresistenzsyndrom, WHO Klassifikation 1999) oder dem Lebensstil (NCEP-ATP-III).
Die Behandlung zielt meist auf die Therapie der Insulinresistenz oder des Übergewichts ab.

Metabolisches Syndrom - Kriterien der IDF:

Häufig angewandt und international anerkannt ist die Definition der International Diabetes Federation.
Voraussetzung für das Vorhandensein des metabolischen Syndroms ist hier zunächst der Risikofaktor - Adipositas bzw. vielmehr das Vorliegen einer bauchbetonten Adipositas. Bei Männern Taillenumfang > 94 cm, bei Frauen Taillenumfang > 80 cm. Kommen zum Risikofaktor Adipositas (oder auch Fettleibigkeit) noch zwei der folgenden Risikofaktoren

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bzw. Nüchternblutzuckerwerte von > 110 mg/dl,
  • Fettstoffwechselstörung bzw. Triacylgyceride > 150 mg/dl und HDL-Cholersterin < 40 mg/dl bei Männern und < 50 mg/dl bei Frauen sowie
  • Bluthochdruck ( ab > 130 systolisch und > 85 diastolisch) – hinzu, besteht eine deutlich höhere Gefahr, im Laufe des Lebens eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. In diesem Fall liegt das so genannte "Metabolische Syndrom" vor. Die Risikofaktoren Adipositas, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck werden aus diesem Grund in Fachkreisen auch Kardiometabolische Risikofaktoren genannt.
     

Bauchumfang als Marker:

Eine große Rolle für die Definition des metabolischen Syndroms spielt, wie oben bereits angedeutet, ein erhöhter Taillenumfang.
Denn für das kardiovaskuläre Risiko ist weniger das Ausmaß des Übergewichts als vielmehr das Fettverteilungsmuster entscheidend: Besonders nachteilig wirken sich hier Fettdepots im Bauchraum und an den inneren Organen aus. Dieses innere Bauchfett – Fachleute nennen es "intraabdominales Fett" oder "viszerales Fettgewebe" – ist sehr stoffwechselaktiv. Es beeinflusst den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel (Zuckerstoffwechsel), so dass Fettstoffwechselstörungen und Diabetes die Folge sein können.

Eine Messung des Bauchumfangs an der Taille gilt als einfacher und schneller Weg, eine erste Risikoeinschätzung vorzunehmen.
Ein erhöhtes Risiko liegt laut ATP III für Frauen über 88 cm vor. Bei Männern beginnt der Risikobereich über 102 cm.
In Deutschland überschreiten ca. 30-40 % diese Risikoschwelle. Durch die Reduktion des Bauchumfangs
(z. B. via Abnehmen durch Sport) kann das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erheblich reduziert werden.

OMRON Metabolischessyndrom



Metabolisches Syndrom - Kriterien der NCEP-ATP-III:

Die Definition des metabolischen Syndroms nach NCEP-ATP-III ist nicht schwierig. Die Diagnose wird gestellt, wenn mindestens drei der folgenden fünf Kriterien erfüllt sind:

  • Abdominelle Fettverteilung, bestimmt durch einen Taillenumfang von über 102 cm bei Männern oder über 88 cm  bei Frauen,
  • Serumtriglyzeride von über 150 mg/dL,
  • HDL-Cholesterin von unter 40 mg/dL bei Männern bzw. < 50 mg/dL bei Frauen,
  • Blutdruck von 135/85 mmHg oder mehr,
  • Nüchternblutzucker von über 110 mg/dL (oder Vorliegen von Diabetes Typ 2).

Die Grenzwerte, vor allem beim Taillenumfang, Blutdruck und Blutzucker wurden in letzter Zeit mehrmals nach unten korrigiert,
wodurch auch die Prävalenz (Häufigkeit) des metabolischen Syndroms in Deutschland mehrmals nach oben korrigiert wurde.

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Metabolisches_Syndrom